Fangen wir mal mit der allgemeinen Lage der Nation an. Wie ich schon in meinem letzten Post zum Thema "Job fürs Leben" angedeutet habe, ist der ganze "Karriere-Zirkus" nicht unbedingt förderlich für die Lebensbereiche, die nichts damit zu tun haben. Partnerschaft ist einer davon.
Wir haben mehr Singles denn je und die Singelbörsen dieser Welt verdienen sich eine goldene Nase an der Einsamkeit der Karrieresklaven. Bindungsangst ist scheinbar gerade modern. Eine Feste Beziehung schon fast etwas komisches. Etwas für Leute, die noch nicht angekommen sind in der schönen, neuen, hedonistischen/materialistischen Zeit.
Akademiker bekommen mit die wenigsten Kinder in Deutschland.
Dafür haben wir tolle Instrumente eingeführt, die es den Kindern der Menschen, die sich noch trauen welche zu bekommen immer schwerer fällt an eine gute Ausbildung oder gar ein Studium zu kommen. Gaanz toll!
Doch es scheint sich ein Gegentrend breit zu machen. In einer Umfrage des Studentenmagazins "Zeit Campus" im Mai 2008 ergab eine Befragung von rund 6000 Studenten, dass diese wieder deutlich mehr Wert auf Ziele in den Bereichen Familie und Gesellschaft legen. Das könnte vor allem daran liegen, dass die Studenten 2008 ihre Zukunftschancen deutlich optimistischer einschätzten, als noch 2006.
Um an dieser Stelle (Zukunftsaussichten) anzuknüpfen, kommt jetzt der persönliche Teil.
WARNING:
Ich habe die Wahl zum "Partner fürs Leben" gerade mal wieder verloren.
Es kann also gut sein, dass alles was jetzt folgt ziemlich wirr klingt.
Liebe besteht nicht darin,
dass man einander anschaut,
sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt.
- Antoine de Saint-Exupéry
Ein Zitat, das vermutlich jeder Liebende kennt und kennen sollte. Und in Kombination mit den Lebensumständen in unserer heutigen schnelllebigen Zeit genau das Richtige Zitat um zum Kern des Problems vorzustoßen:
Eine langfristige Beziehung kann nur funktionieren, wenn man in die gleiche Richtung blickt und dort auch eine gemeinsame Zukunft erkennen kann. Ob das funktioniert hängt letztlich vom eigenen Horizont ab und wie weit man gemeinsam in eine Richtung blicken kann.
Was ich heute sehe wenn ich nach vorne Blicke ist vor allem: Nebel. Untiefen. Ungewissheit.
Die Zeiten gerader und 100% vorrausbestimmter Lebensentwürfe ist vorbei.
Falls es sie jemals gab.
Woher soll ich wissen was ich in fünf Jahren machen werde? Woher soll ich wissen wo auf der Welt ich in fünf Jahren bin? Woher weißt du es? Geht es dir vieleicht ähnlich?
Fragen die mich in letzter Zeit sehr oft beschäftigt haben. Ich bin dabei am gleichen Punkt angekommen, wie bei meinem letzten Post zum Thema "fürs Leben": Es ist letztlich nicht wichtig zu wissen wie dein Weg aussieht, sondern nur wo du hin willst.
Stadtwohnung mit Dachgarten und ein Leben als DINKI-Pärchen oder doch lieber Haus auf dem Land, Familie und Kinder? Für mich lautete die Antwort meistens "Warum 'oder'?" Eins nach dem anderen und genauer gesagt lautete meine Antwort meistens "Hauptsache mit dir! Alles andere findet sich."
Ich denke man merkt es schon: Ich gehöre was das Thema "Liebe fürs Leben" angeht zu den Optimisten. Oder gar zu den Pragmatikern? Ich suche nicht nach Miss Perfect , der Frau an der einfach alles stimmt und die keine Mäkel hat. Erstens glaube ich nicht, dass es so etwas wirklich gibt (außer im Film). Zweitens würde das für mich heißen, etwas am Thema "Liebe" grundsätzlich falsch verstanden zu haben:
- Jemanden so zu lieben wie er/sie ist.
- Mit dem Patner/ der Partnerin durch Dick und Dünn zu gehen.
- Nicht wegzulaufen, wenn es mal schwierig wird.
Lebens zu trotzen eher mit Mut zu tun als diese ständige Flucht in neue kurzlebige Abenteuer.
Ich werde weiterhin dran glauben.
Einen schönen Sonntag wünscht Konfusius ;-)



